Photovoltaik und Hopfen

11|07|2023

Eine Photovoltaikanlage über einem Hopfengarten – bei der Einweihungsfeier dieser spannenden Innovation war ich gestern bei der Familie Wimmer in der Hallertau. Auf dem etwa 1,3 ha großen Hopfenfeld bei Au steht nun in sieben Metern Höhe, über den Hopfenstauden, eine Photovoltaikanlage – es fehlt nur noch der Netzanschluss, aber auch der ist nur noch eine Sache von Wochen. Neben vielen interessierten Hopfenbauern aus der Region war auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger da, der tatsächlich sinnvolle Worte zur Notwendigkeit des Ausbaus der Erneuerbaren und der Netze gefunden hat.


Die Anlage ist in ihrer Form ein Pilotprojekt, und dient daher auch der Forschung als Praxisexempel. Besonders spannend wird es, wenn nach der Ernte absehbar ist, wie die Photovoltaik-Anlage den Hopfen-Ertrag beeinflusst. An sich sollte der entstehende Schatten kein Problem für die Pflanzen sein und sie an besonders heißen Sommertagen sogar schützen können. Um diese Theorie bestätigen und weitere Erfahrungen für die zukünftige Praxis sammeln zu können, wird das Projekt durch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wissenschaftlich begleitet.

Josef Wimmer und alle Beteiligten zeigen, wie man mit einem innovativen Ansatz und etwas Mut den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Einklang mit einem landwirtschaftlichen Betrieb bringen kann. Umso mehr freue ich mich, dass Wimmer bereits eine weitere Anlage in Planung hat und viele anwesende Hopfenbauern der Idee, über ihrem Hopfen PV zu installieren, sehr offen gegenüber stehen.


Allerdings konfrontiert uns auch bei diesem vielversprechenden Projekt das Problem der fehlenden Netzanschlüsse, damit der gewonnene Strom auch in das Netz eingespeist werden kann – die Vertreter des Bayernwerks haben schnelle Fortschritte versprochen, und wir werden politisch alles daran setzen, dass diese Fortschritte auch wirklich kommen.